Das hexagonale Mysterium

Hexagonales Mysterium CoverVon außen betrachtet…

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Das hexagonale Mysterium. Was verbirgt sich hinter diesem Namen? Um hier Klarheit zu schaffen, erst einmal eine außerweltliche Betrachtung dieses Gegenstands. Profan gesagt handelt es sich dabei um die aventurisierte Form einer mathematischen Spielerei, dem Hexaflexagon. Flexagone sind flache Modelle, die durch geschicktes Falten auch Seiten zeigen können, die zuerst innen liegen und nicht oben oder unten sind. Die Konstruktion des Hexaflexagons ist dabei nicht so schwer – wenn man weiß, wie es geht.

Alles, was zum Bau des Artefakts gebraucht wird, sind Kleber, eine Schere und ein Ausdruck des Bastelbogens. Das Artefakt selbst kann im Spiel als Hilfsmittel zum Prophezeien benutzt werden. Mögliche Interpretationen dazu finden sich am Ende des Artikels in einer Beschreibung des Mysteriums aus der Feder von Adeptus maior Threntos Belartus. Um das Basteln zu erleichtern, folgt hier eine bebilderte Anleitung:

1 Man beschaffe sich den Bastelbogen, Kleber und eine Schere. Die PDF-Datei des Bogens enthält Ebenen, die einzeln ausgeblendet werden können. Stören also Hintergrundfarbe, die Ecksymbole oder die Umrandung, so kann man diese einfach ausblenden und dann den Bogen ohne diese ausdrucken. Beim Falten sollte man versuchen, möglichst genau zu arbeiten, da ansonsten das Ergebnis schnell unansehnlich aussieht und an den Ecken einreißt.

2 Der Bastelbogen wird einmal der Länge nach möglichst genau in der Mitte gefaltet. Wenn die beiden Hälften gut aufeinander liegen, klebt man sie zusammen. Dabei ruhig den Klebstoff ein Stück über die Begrenzung auftragen, da der Rest abgeschnitten wird. Vor dem Weiterarbeiten sollte der Kleber aber gut getrocknet sein. Ist dies geschehen, so schneidet man den bunten Streifen aus dem Bogen aus. Sind an den Rändern weiße Stellen, so kann man diese anschließend noch abschneiden.

3 Nun faltet man eine Art Spiralband: Zunächst faltet man das oberste Dämonendreieck (Blakharaz) auf das benachbarte Dämonendreieck (Belhalhar). Dann das folgende Drachendreieck (Nosulgor) auf das benachbarte Drachendreieck (Fuldigor), dann das folgende Dämonendreieck (Belshirash) auf das an dieses angrenzende Dämonendreieck (Belkelel) uns so weiter und so fort, bis man zum Schluss auch Tasfarelel auf Asfaloth faltet (die letzten beiden Dreiecke vor Rastullah).

4 Ist das Band fertig, so kommt als nächstes der Ringschluss. Als erstes faltet man Hesinde auf Boron, dann Efferd auf Travia. Schließlich legt man noch Rondra auf Praios. Nun sollte man eine fast perfekte Elementarseite haben. Nur der Humus auf der Rückseite des Namenlosen dürfte noch fehlen. Wenn man nun den Namenlosen auf Rastullah faltet, so ist das Mysterium nahezu fertig. Zum Abschluss verklebt man nur noch den Namenlosen und Rastullah und hat so den fertigen Ring.

Da das erste Falten erfahrungsgemäß schwierig ist, soll dieses Video dabei helfen.

Hexagonales Mysterium Falthilfe

Welche Seiten gibt es nun? Sechs verschiedene sind vorhanden, wobei die einzelnen Dreiecke einer Seite teilweise unterschiedlich angeordnet werden können. Welche Ecke innen ist, unterscheidet sich je nach Kombination.

Der Einsatz beim Prophezeien könnte wie folgt geschehen. In Meditation lässt der Charakter das Mysterium von seinen Händen falten, bis er intuitiv stoppt. Nun kann man die Bedeutung daran festmachen, welche zwei Seiten gerade sichtbar sind, welche davon oben liegt und welches der Dreiecke in welche Richtung zeigt. Dazu kann man das Flexagon auf einen Tisch mit ausgewiesenen Richtungen legen. Diese können nach Himmelsrichtungen, Relevanz oder Dominanz gestaltet sein. Also bspw: Oben kann für „Norden“,  „wichtig“, „beherrschend“ stehen.

Für eine weitere Betrachtung des Einsatzes im Spiel übergebe ich aber nun an den werten Adeptus maior Threntos Belartus, der eine innerweltliche Betrachtung versucht. Eine Warnung vorweg: Als gebürtiger Horasier mit brabaker Ausbildung zum Schwarzmagier ist sein Magierbosparano eher schwammig und ziemlich gestelzt.

…und der Blick von innen

Werte Collegae,

das Artefakt, welches ich euch heute präsentieren möchte, wurde von mir als Hexagonales Mysterium betitelt. Es handelt sich dabei um die Rekonstruktion eines paläobosparanischen Artefakts, dessen Corpus ich in der Nähe Bethanas, sagen wir, gefunden habe. Die genaue Komposition ist dabei Part rezenter Examinierungen, die noch nicht zu einer finalen Conclusio geführt haben. Es scheint sich jedoch um ein Instrumentum der mentalen Contemplatio und Praedictio, vulgo Prophezeiung, zu handeln. Was ich jedoch bereits als Faktum rezipieren konnte, lässt sich wie folgt summieren.

Trotz der planaren Konstruktion, die nur zwei circuläre Hexagone simultan erlaubt, enthält das Artefakt derer sechs, also apriori eine Geometrica absurda. Durch transplanare Modifikation werden jedoch die internen, obskuren Imagines manifestiert, so dass durch manuelle Manipulation alle sechs observierbar werden. Simultan zeigt ein konkretes Hexagon jedoch immer dieselben Imagines, deren interne Position dabei jedoch mutiert. Die sechs Planitiae, die sich dabei ergeben, lassen sich wie folgt klassifizieren. Die beschriebenen Imagines sind auch in Fig. 1-3 zu sehen, wobei die Beschreibungsreihenfolge immer ad supra beginnt und der Circel dann ad dextrum durchlaufen wird.

Fig. 1: Planitiae A und B des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Planitia A: Alveran anterior
Diese Planitia zeigt die Symbole der Mächte Praios, Rondra, Efferd, Travia, Boron und Hesinde, also die anteriore Hexade des deistischen Dodekacircels.

Planitia B: Alveran posterior
Diese Planitia zeigt die Symbole der Mächte Firun, Tsa, Phex, Peraine, Ingerimm und Rahja, also die posteriore Hexade des deistischen Dodekacircels.

Fig. 2: Planitiae C und D des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Planitia C: elementare Hexade
Diese Planitia zeigt die Symbole der Elemente Ignis, Humus, Aes, Aqua, Glacies und Aer in traditioneller Komposition der Antagonisten in transcirculärer Position.

Planitia D: draconische Hexade
Diese Planitia zeigt interessanterweise die erst kürzlich wieder entdeckten Symbole der Custodes Draconis: Pyrdacor, Umbracor, Aldinor, Teclador, Fuldigor und Nosulgor.

Fig. 3: Planitiae E und F des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Planitia E: Heptsphairia anterior
Diese Planitia zeigt die Symbole der Mächte Blakharaz, Amazeroth, Thargunitoth, Lolgramoth, Charyptoroth und Belhalhar, also die anteriore Hexade des daimonischen Dodecacircels. Die Position der Mächte ist dabei gegenläufig zur korrespondierenden deistischen Planitia A.

Planitia F: Heptsphairia posterior
Diese Planitia zeigt die Symbole der Mächte Belshirash, Belkelel, Agrimoth, Belzhorash, Tasfarelel und Asfaloth, also die posteriore Hexade des daimonischen Dodecacircels. Die Position der Mächte ist dabei gegenläufig zur korrespondierenden deistischen Planitia B.

In toto sind bisher nicht alle 15 imaginierbaren Combinationes dieser sechs hexagonalen Planitiae observiert worden. Mögliche sphairologische Restriktionen scheinen nur 9 Figurae zu erlauben. Jede Figura zeichnet sich durch eine spezifische Sigilla jeder Planitia aus, die sich aus den interioren Anguli der einzelnen Imagines zusammensetzt.

Ein möglicher Einsatz des Artefakts scheint in der Interrogatio der Sphairen zu liegen. Kontemplative manuelle Manipulation bei gleichzeitiger Negation der Conscienta – ein höchst difficiles Unterfangen – führt zu einer finalen Figura, die der Ratio Aufschluss über die Natura der bedachten Materie gibt. Praesentatio und exemplarische Conclusio der einzelnen Figura:

Fig. 4: Die Figurae A, B und C des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Figura A: Alveran universus
Diese Figura besteht aus einer Combinatio der Planitiae A und B. Als mögliche Conclusio kann man hier die Negation von Konflikten sehen, die Legis alveraniensis sind in Kraft, die Mächte Alverans haben die Kontrolle.

Figura B: Primäre alveranische Elementhexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae A und C. Notabel erscheint dabei die Zuordnung der Elemente zu den deistischen Mächten. In der deistischen Sigilla ergibt sich hierbei eine vicinale Position antagonistischer Elemente. Die Bedeutung dieses Faktums ist noch ungewiss. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine positive Influentia der Elemente im Offensichtlichen.

Figura C: Sekundäre alveranische Elementhexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae B und C. Notabel erscheint dabei die Zuordnung der Elemente zu den deistischen Mächten. In der deistischen Sigilla ergibt sich hierbei eine traditionelle transcirculäre Position antagonistischer Elemente. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine positive Influentia der Elemente im Verborgenen.

Fig. 5: Die Figurae D und E des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Figura D: Primäre alveranische Draconiden-Hexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae A und D. Die Zuordnung der Custodes draconis zu den deistischen Mächten ist dabei noch ohne finales Ergebnis, wenn auch die Zuordnung Umbracors zu Rondra, Tecladors zu Boron und Aldinors zu Efferd prima vista plausibel scheint. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine offensichtliche Beteiligung der Weltharmonie am observierten Geschehen.

Figura E: Sekundäre alveranische Draconiden-Hexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae B und D. Die Zuordnung der Custodes draconis zu den deistischen Mächten ist auch hier noch ohne finales Ergebnis. wenn auch die Zuordnung Nosulgors zu Tsa passend erscheint. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine verborgene Beteiligung der Weltharmonie am observierten Geschehen.

Fig. 6: Figurae F und G des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Figura F: Primäre heptsphairische Elementhexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae E und C. Notabel erscheint, wie bei Figura B, die Zuordnung der Elemente, hier zu den daimonischen Mächten.  In der daimonischen Sigilla ergibt sich hier eine transhorizontale Position antagonistischer Elemente. Die Bedeutung dieses Faktums ist noch ungewiss. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine eine destruktive Influentia der Elemente im Offensichtlichen.

Figura G: Sekundäre heptsphairische Elementhexade
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae F und C. Notabel erscheint, wie bei Figura C, die Zuordnung der Elemente, hier zu den daimonischen Mächten. In der daimonischen Sigilla ergibt sich hier eine traditionelle transcirculäre Position antagonistischer Elemente. Notabel ist allerdings, dass der Macht Agrimoth nicht das traditionelle Primat über ihr elementares Quartett gegeben ist. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist eine eine destruktive Influentia der Elemente im Verborgenen.

Fig. 7: Figurae H und I des hexagonalen Mysteriums. Erstellt von Th. Belartus, Brabak.

Figura H: Anteriore Konfrontation
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae A und E. Die Zuordnung der deistischen und daimonischen Mächte folgt hier der traditionellen konfrontativen Art. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist ein offener Konflikt der sichtbaren Potentaten.

Figura I: Posteriore Konfrontation
Diese Figura beseht aus einer Combinatio der Planitiae B und F. Auch die Zuordnung der deistischen und daimonischen Mächte hier folgt der traditionellen konfrontativen Art. Eine mögliche Conclusio dieser Figura ist ein verborgener Konflikt der sichtbaren Potentaten.

In welcher Art kann nun die manuelle Transformation erfolgen? Es ist keine wahllose Mutation möglich, der konkrete Weg erfolgt stets auf festen Bahnen. Dabei gibt es zentrale Figurae (A, B und C), die mehrere Wege zulassen und solche (D bis I), bei denen nur ein vor und ein zurück möglich sind. Einen Überblick darüber gibt Fig. 8. Die roten Pfade zeigen hier die erlaubten Wege.

Weitere Conclusio als die oben angegebenen sind natürlich denkbar und hängen auch von der Position der Imagines am Ende der Kontemplation ab. Aufgrund der hohen Komplexität wird der Weise dieses Artefakt wohl zu Nutzen wissen, dem naiven Gemüt mag der tiefere Zugang zu Wissen jedoch verborgen bleiben.

Mit diesen Worten möchte ich meinen Vortrag schließen. Ich danke den werten Collegae für Ihre Aufmerksamkeit.

Über Salaza

Salaza heisst im wirklichen Leben Thorsten und spielt mit wenigen Unterbrechungen seit 1985 DSA. Er beschäftigt sich mit dem aventurischen Kartenwerk und mit der Erstellung von DSA-Schriftarten und tut gerne seine Meinung kund, wenn ein Produkt in seinen Augen blöde Fehler oder tolle Ideen hat.
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5 Kommentare zu Das hexagonale Mysterium

  1. Sarafin sagt:

    Voll cool! Ich werde es direkt heute Abend bauen! 😀

  2. ChaoGirDja sagt:

    Ideen muss man haben…
    Hut ab, aber so was von.

  3. FRAZ sagt:

    Jetzt verstehe ich langsam, wozu Mathematik nützlich ist…

  4. Pharelis sagt:

    Wow!

  5. Sturmfelz sagt:

    Unglaublich gut!

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